Rollei Infrared 400s angetestet

 

In gut fünf Tagen geht s los. 2 Monate geht s kreuz und quer durch Indonesien. Natürlich nehme ich auch meine Kamera mit, besser gesagt mehrere. Meine Hasselblad ist ja leider als Rucksackreisender ein no-go, einfach zu schwer das Teil. Hab kurz überlegt mir eine handlichere Mittelformat zu zulegen, die Idee dann aber wieder verworfen. Auf Reisen hab ich lieber alt bewährtes Gerät mit.  So fällt die Wahl wieder auf die Fuji St 705 und die Pentax Spotmatic das gute ist dabei das die Fuji Objektive auch Spotmatic kompatibel sind. Ja und meine La Sardina nehme ich natürlich auch mit, damit s nicht zu viel regnet 😉 .

Was Filme betrifft halte ich s wie mit den Kameras, mit darf was erprobt ist. Hp5, Apx100, Portra, Ektar und die billigen 200 Asa Farbfilme (Porst, Solution) die immer im Überraschungssackerl meines Fotohändlers sind.

Tja und letzten Montag war ich nochmal auf der Pirsch um den Rollei Infrared 400s zu testen. Ich will nicht allzu weit ausholen, aber da Rollei ja selber keine  Filme erzeugt ist das immer ein Rätselraten was den da wirklich drin steckt in der Patrone. Im Falle des Infrared sieht man schon auf der Doppelbox das AGFA Logo, das laut Netz auf einen Luftüberwachungsfilm aus dem Hause Agfa schließen läßt. Aber einig ist man sich in Community nicht , denn in denn Foren wird da heftig gestritten darüber, aber egal.

Für Infrarotaufnahmen benötigt man, außer den Film natürlich, einen Infrarotfilter, einen Lichtmesser und in der Regel ein Stativ.

Der Infrared 400s hat laut Fotoimpex eine Rotempfindlichkeit bis zu 795nm wo anders steht gar bis 820nm. Das wichtige bei der Infrarotfotografie ist der IR-Filter. Habe mir passend zum Film den Heliopan Infrarot 715 zugelegt, 715 heißt der sperrt alles Licht unter 715 nm aus. Dementsprechend undurchsichtig ist so ein Ir-Filter auch. Da muß man bei einer SLR erst den Bildausschnitt wählen und dann den Filter aufschrauben. Beim scharf stellen fungiert dann der Inrfarotpunkt am Objektiv als neue Scharfstellachse, da man IR-Licht ja nicht sieht kann man ja auch schwer darauf scharf stellen. Bei kleiner Blende ist das aber eher weniger ein Problem. Das besondere finde an diesen Film finde ich ist der Lichthofschutz der es ermöglicht den Film ohne IR-Filter als normalen panchromatischen 400 Asa Film zu verwenden und mit IR- Filter eben als richtigen IR-Film. Der Lichthofschutz ermöglicht auch das Einlegen unter Normalbedingungen also im Schatten.

Ich habe mit dem Lichtmesser bei den Infrarotaufnahmen 12 Asa (12-25Asa hab ich im Netz recherchiert) als Richtwert genommen und  im zwei Blendenstufen Abstand Belichtungsreihen mit jeweils vier Bilder gemacht. Das kommt, wenn ich mir die Belichtungsreihen ansehe, auch ungefähr hin. Da das IR- Licht aber ohne ausreichende Erfahrung schwer einschätzbar ist kommt man für gute Ergebnisse um eine Belichtungsreihe nicht herum.

Leider waren auch die Bedingungen nicht optimal da die Meisten Bäume schon braun werden und der weise Blätter Effekt nur mit Chlorophyll in den Blättern funktioniert. Für einen ersten Test hat s aber überraschend gut funktioniert. Auch bezüglich der Entwicklungszeiten hab ich in Internetforen wenig gefunden und mich letztenendes für eine Entwicklungszeit zwischen Superpan200 (dürfte ein ähnlicher Film sein) dem Retro400 entschieden, beides auch umgelabelte Agfafilme. Ich entwickle ja immer alles mit Promicrol (Hersteller: Champion) im Mischverhältnis 1+19 da braucht es beim Superpan 15min und beim Retro 18min. Hab den Infrared400s also mit 16,5 entwickelt und ist gar nicht schlecht geworden, den nächsten werde ich ein wenig kürzer drinnen lassen. Aber 15-16 min ist mal eine gute Richtzeit.

Fazit:

IR-Aufnahmen und normale Panchromatische auf einem Film, das finde ich super. Leider findet man auch beim Vertreiber Rollei/Maco nicht allzuviel Info über den Film. Kommt auf alle Fälle mit in den Rucksack, Stativ hab ich ja sowieso mit und auf den IR-Filter kommts jetzt auch nicht mehr an. Das einzige was mühsam ist am IR fotografieren, ist das man mit einer Spiegelreflexkamera natürlich immer erst nach der Motivwahl den IR Filter aufschrauben kann, den mit sieht man ja nix. Da wäre eine Mess-Sucherkamera oder einer zweiäugige TLR sicher von Vorteil.

 

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13 thoughts on “Rollei Infrared 400s angetestet

  1. Uih, bei den ganzen Details kann ich Dir mit meinen doch eher bescheidenen fotografischen Grundkenntnissen kaum folgen, aber das macht ja nichts. Die Bilder sind super geworden, hab zuerst gedacht, bei Dir ist ganz überraschend schon der Winter eingebrochen 🙂 Ist schon noch mal was ganz anderes, so ein IR-Film, ich mag die Atmosphäre ja total gerne. Irgendwo habe ich auch eine Rolle liegen, hab mich bisher aber noch nicht getraut, zumal ich ja auch keinen Filter habe. Jetzt überlege ich gerade, ob ich vielleicht was improvisieren kann für meine selbstgebaute TLR. Hmmmm. Muss ich mal gucken.

    Was den Urlaub angeht bin ich ja schon ein bisschen neidisch, ich würde mich gerade auch am liebsten für ne Weile verdrücken. Vielleicht klappt es ja im nächsten Jahr mal wieder mit einer etwas längeren Reise, für 2 Monate Auszeit müsste ich aber wohl kündigen. Ich wünsche Dir ganz, ganz toll viel Spass (und wenig Regen) in Asien. Vielleicht reicht’s zwischendurch ja mal für einen kurzen ‘Hallo, ich lebe noch’ Post 🙂

    Ganz liebe Grüße und gute Reise,
    Viola

    • Hey
      THX! Ja, ich weiß ist ein wenig sehr technisch geworden der Blog. Aber bei dem ganzen Foren die ich da so nach Tipps und Infos durchforstet habe ist vielleicht zuviel hängengeblieben 😉 . Wenn du einen Efke IR Film zuhause hast dann umbedingt im dunkeln einlegen, angeblich wirkt der bei dem der Bildträger wie eine Lichtleiter…. ich hör schon auf mit der trockenen Theorie 😉 .

      Ja, mittlerweile bin ich auch echt Urlaubsreif. Die vielen Stunden im Theater hatten es schon in sich. Da freu ich mich schon auf in den Tag hineinleben und das eine oder andere Abenteuer. Glg Peter

  2. puh, bei den ganzen technischen details bin ich auch ausgestiegen.. aber wie auch immer du das gemacht hast, sind tolle fotos dabei rausgekommen. das dritte sieht aus als hätte man die bäume schockgefroren. sehr schön.
    schöne zeit in indonesien! und wie gesagt, aufpassen, wennst dich in der lava verewigst 😉

    • Ich weiß habs dieses Mal wohl ein wenig übertrieben mit technischen Daten und Co. Anderseits vielleicht hilfts jemanden. Ist auch nicht so leicht zu erklären das ganze. Freut mich das dir die Aufnahmen gefallen und keine Sorgen ich paß schon auf beim Lavaengel machen 😉
      Lg Peter

  3. Hallo Peter,
    sehr schöne Aufnahmen! : ) Infrarot steht bei mir auch noch auf der Wunschliste – aber jetzt muss das wohl ohnehin bis nächstes Jahr warten. Ich fand deinen Post nicht zu technisch, sondern sehr informativ. Vielen Dank dafür!
    Hab viel Freude in Indonesien und genieß die Auszeit!
    Liebe Grüße, Beli

    • Hello Beli
      Danke ! Habe lange gezögert, und mich nicht richtig darüber getraut. Hat aber gut funktioniert. Freut mich das dir mein Post gefallen hat. Ich hoff ich seh im Frühjahr dann ein paar IR-Aufnahmen bei dir 😉 . Werde vielleicht mal ein Porträt in IR versuchen… sicher interessant.
      Alles Liebe Peter

  4. Interessanter Post. Infrarotbilder haben wirklich einen unverwechselbaren Flair und immer wieder bleibe ich an der “schneebedeckten” Landschaft hängen.
    Ich wünsche dir ganz viel Spaß auf der Reise und alles Gute!
    Liebe Grüße,
    Anette

  5. na das hat ja wirklich super geklappt mit dem ir-versuch!
    auf reisen nur erprobltes mitnehmen ist grade bei so beschränktem gepäck wohl die klügste entscheidung, außerdem hat man da ja dann oft eh acuh nicht die zeit und die muße neues auszuprobieren, wenn man sowieso vor ort schon soviel neues erlebt.

    wer ist denn da der filmdealer deines vertrauens? so ein überraschungssackerl täte mir wohl auch gefallen 🙂

    • Generell, bin ich zwar keinem Experiment abgeneigt, aber wenns drauf ankommt greif ich dann doch auf Material zurück mit dem ich mich auskenne. Wäre ja dann doch frustrierend wenn da was schief geht. Was den IR betrifft so werd ich jetzt wohl 3-4 Filme mitnehmen zum rumtüfteln.
      Ich bestell immer bei Fotofachversand.com (foto Riegler aus Amstetten).
      THX lg Peter

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