Crossing Iceland – Wind and Stones – Part 9

Aus meinem Reisetagebuch/ Out of my travel diary

17. Juli/ 17th of July

Querfeldein/ cross country

Wir marschierten hinauf zur T-Kreuzung und nahmen die Rechte bergauf. Nach einer Weile kam es uns seltsam vor, das sich die Straße immer weiter den Berg hinauf wand. Laut Karte sollten wir eigentlich die Berge nördlich umgehen. Nach einigen Überlegungen stand fest wir sind am falschen Weg. Mit Handy-GPS und Karte gings querfeldein den Berg hinunter. Nach der eintönigen Schotterpiste gestern, eine willkommene Abwechslung. Unten hatten wir noch ein tief eingegrabenes Flußbett zu queren. Da wir keinen Bock auf Furten hatten, und der Fluß selber nicht allzu tief und breit war, bauten wir uns einen Steine-hüpf-weg über den Fluß. Das hat Spaß gemacht. Wieder am Weg gings dann flott voran. Viel los war  auf diesen abgelegenen Off Road Pisten nicht, den ganzen Tag begegneten uns drei-vier Autos. Ein Konvoi aus einem Defender und 4×4 Iveco Wohnmobile hielt bei uns an und fragte uns mit amerikanischen Akzent ob wir was brauchen. “Wasser, oder Whiskey vielleicht?” Wirklich eine nette Geste. Seit langen stießen wir auch wiedermal auf andere Wanderer die erste Deutsche war nur sehr kurz angehalten und wirkte recht gesteßt. Mit der zweiten auch eine Deutsche hatten wir einen netten Plausch. Anscheinend hatte die in Reykjavik Lebende das gute Wetter für sich gepachtet, denn sie erzählte uns von ihren ersten Regentag in den letzten zwei Wochen gestern. Von sowas konnten wir nur träumen.

Back at the T-junction we made a right turn and went uphill. After a while we were wondering why the street goes up and up. Our map said that we are not crossing the mountains, the right way should bypass them in the north. After some considerations, it was clear, we were on the wrong way. With Martins mobile pone GPS and my map we went cross country downhill. After the monotonous gravel track yesterday, this was a welcome change. At the bottom we had to cross a small canyon. Cause the river itself was not very deep and wide, we build a jumping-from-stone-to-stone-bridge instead of ford it. That was fun. Back on track we went pretty fast. There was nearly no traffic on this offroad track, we have seen about three or four cars this day. A convoy of a Defender and a 4WD Iveco camper stopped next to us and asked us in American English:” He folks, need something? Water or some whiskey?” This was a very friendly turn. And since a long time we met some other hikers. The first one a German woman was in a hurry so we didn´t have a long chat, but with the second one also a German woman, we had a nice conversation. Looked like the German was a friend of the Icelandic weather god, cause she told us that the last day was her first rainy day within the last two weeks. We nearly couldn´t believe her words.

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Kerlingarfjöll mountains

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Stony desert

Auf einer der letzen Ausläufern des Kerlingarfjöll Gebirges machten wir unsere Mittagsrast mit Blick über die ganze Umgebung samt Hofsjökull Gletscher zur linken Seite. Kein Wind und Sonne… so eine idylische Mittagspause hatten wir auch noch nicht. Später dürften wir allerdings wieder die falsche Straße erwischt haben. Drauf gekommen sind wir leider erst nach ein paar Kilometer, also gab es Korrekturkurs laut Kompass querfeldein durch die Steinwüste. Da wir aber schon wieder fast 35km gestiefelt waren heute und ich schon ziemlich erledigt war machten wir Stopp bei einem kleinen Wasserloch mitten im Nirgendwo, diesmal wartete der Regen zumindest bis wir die Zelte aufgebaut hatten.

We took a break on the last foothills of the Kerlingarfjöll mountains, we had a great view of the whole area, including the Hofsjökull glacier on our left hand side. No wind and the sun was shining … I can´t remember to have such an idyllic lunch break on this trip yet. Later we took a wrong track again, we noticed it, after we marched some kilometers on it. So we took a correction course straight across the stony desert, via compass. Cause we made nearly 35 km this day and I felt pretty weary, we decided to put up our tent next to a waterhole somewhere in the nowhere. This time the rain waited till we were lying in our tents.

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Prepared for a windy night

Hiking time incl breaks: 10:30-20:30

Distance: 34,8km

Meters of attitude up: 550 Hm

18. Juli/ 18th of July

Schmerzerfahrungen/ there will be pain

Das war eine stürmische Nacht, hatte sich ausgezahlt das wir die Zeltleinen mit extra viel Steinen beschwert hatten. Was gehört morgens natürlich dazu? Jawoll Regen. Wir beschlossen noch ein wenig mit dem Zeltabbau zu warten, wollten aber spätestens gegen 9:00 damit beginnen. Wir hatten diesmal sogar Glück mit unserer Taktik. Der böige Wind war zwar immer noch sehr stark aber zumindest hatte es aufgehört zu regnen. Auch wenn es so aussah als ob es gleich wieder anfangen würde. Da wir ja noch immer unseren Weg finden mußten ging es laut genauer Kompasspeilung immer Kurs Südost quer durch die Wüste. Die Straße war dann schnell gefunden. Von den drei Furten heute war nur die dritte über die Dalsa ein wenig tricky, man mußte sehr aufpassen um auf den algigen Steinplatten im Flussbett nicht auszurutschen. Der starke Wind war heute echt zermürbend, irgendwann kam dann auch noch Regen dazu. Da schossen einen die Tropfen zeitweise wie Nadelstiche ins Gesicht. Da fragt man sich zeitweise schon ob man noch ganz normal ist, das man sich sowas antut. Nach gut 30 km ließen wirs dann gut sein. Nach so einem Tag freut man sich richtig auf sein Zelt. Meine Hüftknochen bereiteten mir heute wieder Probleme, der Rucksackhüftgurt schmerzte schon in jeder Position. Vielleicht lag es auch daran das sie ein wenig weiter rausstanden da ich eventuell das eine oder andere Kilo verloren hatte.

What a stormy night, we were glad that we loaded a lot stone weight on our tent lines yesterday. What makes an Icelandic morning complete? Yes, rain. We decided to wait maximum till 9:00 am, and this time we were lucky. The gusty wind was still strong, but the rain stopped. Although, it looked like it could restart at the next moment. Cause we still had to find our lost track, we followed our compass straight on course southeast across the desert. We were back on track pretty soon. Out of the three river crossings only the last one the Dalsa river was a bit tricky. We had to take care hardly, to not slip out on the algae that had overgrown the stone slabs in the river bed. The strong wind was really bone-grinding today and after a while it also started raining again. Raindrops felt like pinholes in our faces. At moments like this I asked myself, am I out of my mind to do things like this? After about 30 km we decided that we suffered enough today. On a day like this I was so happy to close my tent zipper behind me. I had some problems with my hip bones again, the backpack waist strap started to hurt in every position. Maybe it was because my hip bones came out a bit cause I lost some weight.

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Back on track

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The Dalsa river crossing

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Marked for Off-road vehicles.

***es regnet, ich werde mich gleich umdrehen und schlafen. Meine Aufblasmatte ist im Arsch, ich hoffe Thomas bringt mir irgendeinen Ersatz mit, egal was…einfach wieder normal auf einer Unterlage liegen.***

***it´s raining, I´m going to fall asleep soon. My inflatable mattress is really fucked up. I really hope that Thomas will bring me a new one, I don´t care what kind of. I just want to lie on a something not broken.***

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On a day like this I was so happy to close my tent zipper behind me.

Hiking time incl breaks: 10:30-19:00

Distance: 30,5km

Meters of attitude up: 600 Hm

Camera: Fujica ST 705

Lenses: Fujinon EBC 1.9/35mm and 2.8/100mm

Film: Kodak Portra 400

Fortsetzung folgt/ to be continued

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5 thoughts on “Crossing Iceland – Wind and Stones – Part 9

    • Danke! Obwohl mich manche, für verrückt erklärt haben meine SLR Baujahr 79 quer durch Island zu schleppen, bereue ich nichts….gar nichts. War ein sehr schöner Trip der uns schon so einiges abverlangt hat. Freut mich deswegen umso mehr das mich Leute auf meine Reisetagebuch auszüge ansprechen bzw. anschreiben.
      Alles liebe Peter

  1. man fragt sich, warum man sich sowas antut – oh ja, das frage ich mich ehrlich gesagt auch, wenn ich das lese 🙂 aber vielleicht ist es der wunsch nach ursprünglichem leben in unserer so hochgradig digital-virtuellen welt. auf jeden fall ist jede etappe vermutlich ein ziemliches erfolgserlebnis und immer auch ein sieg über sich selbst, oder?
    die bilder sind wie immer wunderbar, besonders das mit dem kleinen lensflare ❤

    • Ich muß sagen ich hatte den Kopf selten so frei als auf diesen Trip, alles was man zum Leben braucht trägt man in seinem Rucksack, und basta. Und man lernt die kleinen Dinge wieder richtig geniessen, z.B. ein extra Schokoriegel nach dem Adendessen wird da gleich mal zum Luxus den man sich nicht alle Tage gönnt 😉 .
      Die Sonnenblenden mußten ja aufgrund der Reduzierung auf wesentliche zuhause bleiben, ausserdem mag ich lensflares ja ganz gerne. Bei dieser Aufnahme gefällt mir der Effekt aber besonders gut.
      LG Peter

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