Project Kazbek: Above the clouds.

22 Juli/ 22nd of July

2:30 Betlemi Hütte. David fragte kurz nach meinem Equipment und brachte dann Tee, Nutella und zwei Scheiben Weißbrot.

2:30 Betlemi hut. After asking me about my equipment David brought me some tea, Nutella and two slices of white bread.

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About 5am short before sun rise.

3:00 Abmarsch Richtung Gletscher. In recht gemütlichem Tempo ging es vorbei am White Cross und Black Cross. Wir waren eine Kolone von 3 Guides und 4 Kunden. Als sich der Sonnenaufgang abzeichnete, hatten wir bereits Eis unter den Füßen. David und ich machten kurz Halt um die Steigeisen anzulegen. Die anderen beschlossen noch ein Stück ohne zu gehen. Als es hell wurde, befanden wir uns bereits auf dem Gletscherplateau. Der Gletscher steigt sanft an und man sah jetzt, dass viele Leute unterwegs waren. Seilschaft um Seilschaft wand sich den Berg hinauf. Es dauerte nicht lange und wir überholten unsere Mitstarter. Als es steiler wurde, stießen wir auf einige große Seilschaften teilweise 8-10 Leute. Diese wurden mit zunehmender Steigung immer langsamer. David merkte, dass ich gut drauf war und hielt unser Tempo hoch. Es ging recht flott aufwärts, wir zogen unsere eigene Spur und überholten Seilschaft um Seilschaft. Die aufgehende Sonne im Gesicht machte es trotz Sonnenbrille anstrengend für die Augen. Auf einem kleinen Plateau vor dem Gipfel wechselte ich den Film meiner Fuji. Dann der letzte Anstieg. Wir waren fast punktgenau um 8:00 am Gipfel (5047m) und hatten gut 10 Seilschaften hinter uns gelassen. Wir brauchten also 5 Stunden für den Aufstieg. Ich stand mit Tränen in den Augen am Gipfel, teils wegen Wind und Sonne, teils wegen einem Hochgefühl das man nur schwer in Worte fassen kann. Richtung Georgien blickte ich von oben auf die Wolkendecke und Richtung Russland waren am Horizont sogar ein paar andere Berggiganten zu erkennen.

3:00 Start heading to the glacier. We were passing White Cross and Black Cross in unhurried speed. We were a group of 3 guides and 4 clients. We entered the glacier shortly before sunrise. David and I stopped to put on our crampons. The other ones went on, they wanted to put them on later. When it lightened up we were already at the glacier plateau. The glacier was ascending gently and it got visible, that there are many people on the way to the summit. Rope team after rope team winding up the mountain. It didn´t take long and we passed the group that started with us. When it got more steepening we met big rope teams, sometimes 8 to 10 people. When it got steeper and steeper they got really slow. David noticed than I was in good shape and he kept our tempo high. We were gaining height quickly and made our own track while passing a rope team after rope team. The rising sun in direct our face made it pretty exhausting for the eyes, despite wearing sunglasses. On a small plateau before the last ascent to the summit I put a new roll of film in my Fuji. Then the last ascent. It was nearly pinpoint 8am when we reached the summit (5047 m.a.s.l.), we passed at least ten ropeteams on the way up. That means it took us 5 hours to get on top. I stood on the summit with tears in my eyes, partly from the wind and sun, partly from a feeling that is hard to describe with words. In direction to Georgia I was looking down to a carpet of clouds, on the Russian side, I mentioned some other mountain giants at the horizon.

 

 

Der Wind wehte uns Schneekörner ins Gesicht, das erinnerte uns wieder, nicht im Wohnzimmer zu sitzen. Nach ca 10 Minuten am Gipfel stiegen wir ab, wir wollten erst weiter unten, wo der Wind weniger stark war Rast machen.

The wind blew grainy snow into our faces, that reminded us that we´re not sitting in a living room. After 10 minutes we left the summit, we wanted decent to have a break, where the wind was not that strong.

 

 

Wir waren auch im Abstieg sehr schnell. Etliche Leute, die wir beim Aufstieg überholt hatten, gratulierten uns als wir ihnen beim Abstieg entgegenkamen. Ein schönes Gefühl. Wir machten erst Pause, als wir das weitläufige Gletscherplateau erreicht hatten.

We were really fast on our way down. Quite a few people that we passed on our ascent, congratulated us when we met them again on our way down. Very nice. We went all the way down to the glacier plateau before we took a break.

Das Wetter zog zu und David drängte, lieber nicht zu lange zu pausieren. Das sich ändernde Wetter missfiel ihm. Ohne Steigeisen ging es weiter zum Geröllfeld. Wir wählten eine weiter von der Wand entfernte Route als beim Aufstieg. Durch die Sonneneinstrahlung taute die Wand auf, geräuschvoll fielen die ganze Zeit große Steine herab. Nicht umsonst heißt dieser Abschnitt übersetzt so viel wie “Laute Wand”.

The weather changed and David urged to keep the break short. He wasn´t very happy with the weather situation. Without crampons we headed on to the scree field. We took a route with more distance to the wall as we took at our ascent. The sun was defrosting the wall, so big rocks were coming down with a lot of noise the whole time. Not for nothing the wall is named “Noisy Wall”.

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A look back from the scree field.

Der letzte Abschnitt ging so richtig rein, das großteils lose Geröll war tückisch und forderte volle Konzentration. Das letzte Stück Rückweg war die anstrengenste Etappe der Gipfeltour, man wird allmählich müde und unkonzentriert und gegen das galt es anzukämpfen.

The last section was really exhausting, the loose scree was insidious and needed full concentration. The last part of the way back was the most exhausting part of the whole summit tour, cause it was hard to keep concentrated and I started to feel tired as well.

Wir waren kurz vor 11:00 wieder bei der Betlemi Hütte. Da wir schon so früh zurück waren, waren Kathi, Tom und Volker, die mir ein Stück oben beim Black Cross einen Empfang bereiten wollten, noch nicht mal losgegangen.

We arrived at Betlemi Hut short before 11:00. Cause it was really early for coming back, Kathi, Tom and Volker, they wanted to welcome me at Black Cross, were still at Betlemi Hut.

Mein Guide David gratulierte mir für die tolle Leistung und ich ging dann erst mal was essen. Wenn man schon so früh vom Gipfel retour ist, sorgt das schon für etwas Aufsehen in der Hütte, da die meisten erst so 2-3 Stunden später vom Berg kamen. Beim Essen plauderte ich mit zwei Polen. Einer ärgerte sich heute nicht am Berg gewesen zu sein und wollte nun bis Dienstag warten, auch wenn es dann knapp wurde mit seinem Heimflug und seiner mitgebrachten Verpflegung.

My guide David congratulated me for my good performance and I went to the kitchen to prepare some food. When you´re back from the summit that early, you are a little bit of a sensation at the hut, cause most of the other need about 2 to 3 hours longer. While having lunch I was chatting with to two Poles. One of them was a bit upset that he missed the chance today, but he told me that he wanted to go on Tuesday now, even if it will be tight to catch his flight home and he will get short on his food.

Danach legte ich mich schlafen, letzte Nacht war ja doch recht kurz. Als ich am Nachmittag zum Pinkeln raus musste, erfuhr ich, dass oben am Berg jemand einen Blitzschlag am Steigeisen erlitten hatte. Halbseitig gelähmt müsse er die Nacht wohl im russischen Gletscher Camp verbringen, weil aufgrund des Schlechtwetters der Heli nicht landen konnte. Da erinnerte ich mich wieder an den roten Helikopter der Richtung Gletscher flog, als wir schon unten im Geröllfeld waren. Ich weiß noch das mein Guide meinte, das seien nur Russen auf Rundflug.

Afterwards, I crawled into my sleeping bag of course, last night was a bit short. When I went out to go pee, I got told that someone on the mountain got struck by lightning through his crampons. Half sided paralysed the guy had to spend the night at the Russian glacier camp, cause the helicopter wasn´t able to fly him out cause of bad weather. Then I remember the red heli flying around the glacier when we were passing the scree field. My guide was sure that is just a rich Russians scenic flight.

 

 

Beim Abendessen gratulierte mir dann noch einer der lokalen Topalpinisten, ich fühlte mich geehrt. Ich schenkte mein letztes Trekkingmeal dem Polen vom Mittagsessen heute. Der freute sich, so war zumindest sein Essensproblem gelöst. Danach packten wir alle unsere Rucksäcke für den Abstieg morgen.

At dinner I got a congratulation from a local top Alpinist, I felt very honoured. I gave my last trekking meal to the Polish guy, that I had chatted with at lunch. He was very happy about it, so at least his food problem was solved. Afterwards our group packed our backpacks for the decent tomorrow.

Camera: Fuji GS645S

Lens: EBC Fujinon W 60mm 1:4

Film: Kodak Portra 400

Location: Mount Kazbek (Caucasus, Georgia)

 

11 thoughts on “Project Kazbek: Above the clouds.

  1. Gratuliere ebenfalls, hört sich nach einer sehr sehr fordernden aber genialen Tour an! Blitzschlag im Steigeisen? Das ist ja furchtbar.. was alles passieren kann…

  2. Der eine genießt seine Euphorie über den Gipfel, andere trifft das Schicksal sehr hart.
    Trotzdem auch von mir Gratulation für die erfolgreiche Bergtour. Das wird nicht jeder schaffen und auch ich genieße lieber deine tollen Bilder und die Geschichten dazu.
    LG kiki

    • Danke liebe Kiki, der Kasbek ist jetzt kein extrem schwerer Berg, aber ich denke viele Leute unterschätzen ihn doch gewaltig. Habe mit etlichen Polen am Berg geplaudert, die sich für manche ihrer Landsleute ein wenig geniert haben. Im vielen polnischen Interneteinträgen dürfte er als leicht angepriesen werden… tja und da kommen Leute rauf die glauben da einfach raufwandern zu können, wegen der vielen Unfälle hat die polnische Bergrettung auch einen Sommerstandort im Basecamp…
      Haben weiters beim Abstieg vom Basecamp einem Russen geholfen das Gepäck von seinem Kumpel runter zutragen der war beim eigentlich leichten Aufstieg übern ersten Gletscher ausgerutscht und hatte sich den Fuß gebrochen, er war wie so manche ohne Steigeisen unterwegs…
      LG Peter

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