The battle against the transport cartel

 

scroll down for english version and pictures

…eine Fortsetzung von

…an unexpected journey (Teil1) und The desolation of… (Teil2)

Aus meinem Reisetagebuch (25.Okt)
Von Cemoro Lawang nach Pemuteran.

Gegenüber vom Yoshi´s war eine Minibus-Haltestelle. Der erste Bus war recht voll, vielleicht blieb er deswegen nicht stehen. Der zweite, halb leer, machte auch keine Anstalten uns mitzunehmen, obwohl er uns winken gesehen hat… Mist. Man muss wissen dass Minibusse (Bemos) sonst auch oft stehenbleiben wenn man nur am Straßenrand geht. Hier ist das anders, also wird erstmal das Gepäck geschultert, Abmarsch. Gott sei dank gehts bergab. Wir werden weiterhin von Bemos ignoriert.

Nach gut drei Kilometern, als wir im Schatten eines Baumes Pause machten, blieb ganz unverhofft ein Gemüsetransporter stehen. Der Fahrer des voll beladenen Kleintransporters bot uns ein Plätzchen auf seiner Ladung an. Was für eine Freude, es war also doch möglich dem Touristenbus Kartell zu entfliehen. Auf der kurvenreichen Straße ins Tal lachten uns viele Leute entgegen und winkten uns zu. Ich denke, so kommt man als Reisender bei der Bevölkerung sympatischer rüber als im klimatisierten Touristenbus.

Bei der Bezahlung (eigentlich war nichts ausgemacht, wir haben aber geahnt das da was kommen wird) haben wir uns an Katja´s Strategie gehalten, erstmal mit 20.000rp anzufangen und gegebenfalls was draufzulegen. Ich hätte gemeint 50.000rp können wir ihnen schon geben.
Am Busterminal (in Probolinggo) angekommen wollten die sofort Geld (schade, hätte auch so was springen lassen).
Katja´s Strategie war goldrichtig, denn den 20.000er in Händen wollten die mehr. Nach noch einem 20.000er wurde kopfschüttelnd abermals mehr gefordert. Ich gab ihnen noch einen 10.000er drauf, dann war aber Schluss. Tja, gut das ich nicht bei 50.000rp angehalten habe, denn hier muß man auch mit Gemüsebauern knallhart verhandeln um nicht abgezockt zu werden.
Noch bevor wir das Gepäck abgeladen hatten stand schon wieder jemand neben uns, der uns mit den Standardfragen bombardierte: “Where are you from?”, “Where do you go?”. Er wollte uns den richtigen Bus nach Ketapang zeigen. Glücklicherweise haben wir die Warnungen vor Falschticketverkäufern in diversen Reiseforen gelesen…

Der Mann begleitet uns über die Straße zum Busbahnhof, wo gerade ein Bus nach Banyuwangi abfahrbereit steht. Banyuwangi liegt gleich beim Fährhafen Ketapang (unser eigentliches Ziel). Ein zweiter Bus steht hinten auf dem Busparkplatz, er hat die Aufschrift Ketapang. Den seltsamen Typen im Schlepptau beschließen wir, gegen seinen Rat, den gleich abfahrenden Bus zu nehmen, nichts wie raus aus Probolinggo. Als wir den Bus mit der Aufschrift “B.Wangi” ansteuern, wird unser Begleiter zornig und fängt an laut herumzufluchen… außerdem schreit er auch den Busfahrer etwas zu. Ich rein in den Bus, und frage kurz: “direction Ketapang?” …keine Antwort “Banyuwangi?” -nichts, er schüttelt nur den Kopf. Egal, nichts wie weg von hier, wir steigen ein und ein alter Mann in Autobusuniform hilft uns das Gepäck zu verstauen. Ganz zurück, meint er, der Bus ist vielleicht zu einem Viertel voll und wir setzen uns zu unseren Rucksäcken nach hinten. Unser “Verfolger” von draußen kommt plötzlich bei der Hintertüre rein und verlangt 130.000rp pro Person, jetzt sofort zu zahlen, was uns fast ein Lachen kostet (weil so viel). Nun gesellen sich noch zwei Typen dazu und schreien auf uns ein, alle mit mehr oder weniger derselben Aufforderung jetzt zu bezahlen oder sofort auszusteigen. Die anderen Fahrgäste verfolgen das Spektakel interessiert, aber sehr zurückhaltend. Als dann der dritte Mann das Wort an sich reißt (das ist übrigens der Alte in der Uniform) sind es nur mehr 75.000rp pro Person. Gut dass meine Schwester von ihrem Thailandurlaub wusste, dass man immer erst bezahlt wenn der Bus fährt. Als der Bus nach endlos dauernden 5 Minuten zu fahren beginnt steigen die drei schnell aus. Der zweite Fahrer (viele Langstreckenbusse haben hier zwei Fahrer), der bei uns hinten sitzt und das ganze aus nächster Nähe schweigend verfolgt, geht nach vorne und setzt sich auf den Beifahrersitz. Wenig später geht ein Mann durch, um das Fahrgeld von allen zu kassieren. Wir bezahlen 40.000rp pro Person, eigentlich ist der Preis 36.000rp aber Wechselgeld gibt es für uns wie üblich keines, egal, wir fahren.

Nach zwei Stunden Fahrt ist der Bus fast leer, leider, denn in der nächsten größeren Station wird unser Bus mit einem anderen zusammengelegt. Nicht ohne dass wieder zwei Keiler mit den Worten “Bali? Bali?” vor uns stehen, wir reagieren nicht darauf. Also wirds nochmal aufdringlicher “if you go to Bali, you must come with me” … wir verziehen keine Miene und bleiben etwas verwirrt im mittlerweile leeren Bus sitzen, der Busfahrer und der Kassier sagen in Anwesenheit der Keiler kein Wort, nur der Ersatzfahrer gibt uns verdeckt ein Zeichen sitzenzubleiben. Als die zwielichtigen Gestalten weg sind, werden wir von der Buscrew mit den Worten “nothing more to pay” an den richtigen Bus verwiesen.

Der Bus war gestopft voll. Die nächsten vier Stunden waren wir damit beschäftigt, am Gang stehend, uns irgendwo festzuhalten und auf unser Zeug zu achten.
Ein weiß angezogener Mann fiel uns auf, weil er uns lange von oben bis unten musterte. Nachdem wir ihn aus den Augen verloren hatten stand er eine Weile später plötzlich neben Katja und fiel bei einer leichten Bremsung theatralisch auf sie. Ein Abtastungsversuch, um zu schauen ob man da was klauen kann. Alle im Bus schauten, keiner sagte was, er lachte nur und entschuldigte sich. Die anderen Leute lachten ein wenig mit, aber man sah dass sie in Wirklichkeit was anderes dachten. Ich tauschte mit Katja Platz und der Mann suchte sich ein anderes Opfer, glaube ich… denn weiter hinten im Bus wurde er wieder auffällig. Der Buskassier setzte den Man schließlich beim hinteren Ausgang auf einen Extraplatz und dort er musste sitzen bleiben…

Endlich Banyuwangi, seltsam, keine Keiler. Eine kurze Minibusfahrt später erwischten wir gerade noch die letzte Fähre nach Gilimanuk (Bali).
Was waren wir erleichtert mit einem Fuß in Bali zu stehen.
Obwohl es längst dunkel war, war unsere Tour leider noch nicht zu Ende. Gilimanuk ist nur ein kleiner Fährhafen und da waren noch die 25km Landstraße nach Pemuteran.

Das örtliche Taxikartell will 250.000rp… Der örtliche Bus nimmt uns nicht mit, die reden erst gar nicht mit Touristen. Am Minibusparkplatz sind die Fahrer nicht nur äußerst mühsam sondern auch betrunken. Also schulteren wir wiedermal unseren Rucksack um zumindest einmal in die richtige Richtung zu marschieren. Keine 20 Schritte später und nach dem typischen Verhandlungsspielchen sitzen wir beide auf dem Rücksitz je eines Mopeds, unseren Rucksack halten die Fahrer vor ihnen im Gleichgewicht.

So brausen wir das letzte Stück durch die schwarze Nacht mit dem stolzen Gefühl es geschafft zu haben.

***english version***

A sequel of

…an unexpected journey (part1) and The desolation off… (part2)

from my travel diary (25th oct)
From Cemoro Lawang to Pemuteran.

Across the street from Yoshi´s there was a Minibus stop. The first Minibus (called Bemo) didn´t stop, maybe because it was full. The second driver didn´t even slow down and he was not half full… damn, I´m sure he saw my hand sign. Usually they stop when you just walk on the side of the road. Looks like Cemoro Lawang is different, so we strapped our bags and started to march. Thank god, it was downhill. All the Bemos still ignored us.

After about 3 kilometers when we took a break under a tree, a farmers pick-up stopped. What a surprise! The driver of the fully loaded truck offered us to sit on his load. Great fun, looks like there is a chance to get down without the transportation cartel. As we were driving down the twisty road a lot of people were smiling and waving to us. I think for them you are much more likable on the back of a truck then in an airconditioned tourist bus.

For payment (there was no agreement about paying, but I suspected that they will ask for money) we decided to practice my sisters strategy to give them just 20.000rp so we can double if they ask for more. Cause I wanted to give them 50.000rp for helping us.
When we arrived at Probolinggo´s busterminal, the guys from the pick-up immediately asked for money (it´s a shame, cause I anyway planned to give). Katja´s strategy was spot-on, cause with one 20.000rp bill in their hands they where calling for more. So after we gave them another 20.000rp they were still calling for more. 10.000rp more, that´s it. I was glad that I didn´t give them a 50.000rp bill, cause in Indonesia you have to haggle hard to not get ripped off, also for a farmers ride.
We didn´t even have our bags unloaded when a guy was standing next to us, asking us the usual questions, “Where are you from?”, “Where do you go?”. Good that we read warnings about fake ticket sellers at the internet platforms…

The man followed us across the street, he wanted to show us the bus to Ketapang. In front of the busstation we saw a bus to Banyuwangi, ready to departure. Banyuwangi is the city next to the port of Ketapang (our destination). There was also a second bus parking at the otherside of the terminal, his sign said Ketapang. With this strange guy tracking us we decided to leave Probolinggo as soon as possible. Targeting the bus with the sign “B.Wangi”, our follower got angry and started to shouting at us and the busdriver. Hopping on the bus I asked the driver: “direction Ketapang?” no anwser “Banyuwangi?”. The driver was looking at me, shaking his head, not saying a word… it´doesn´t matter, just leave this place. An old man in a uniform was helping us with our backpacks. He was telling us that our luggage has to be stored in the back of the bus. There were not many people in the bus and we were taking a seat at the back of the bus next to our luggage. Our persecutor entered through the back door to encash 130.000rp per person, we nearly started to laugh (cause of the high amount). Two other guys joined our party and so three guys were shouting at us to pay or leave the bus immediately. After a while one of them (it was the old guy in the uniform) said 75.000rp per person would be ok. Good that my sister knew from Thailand that you never pay in a bus before it is leaving the station. After 5 endless minutes, when the bus departed, the three men jumped out of the backdoor. The second driver (in Indonesia some long distance buses have two drivers) left his place next to us, where he had watched the scenery, and went to the co-drivers seat. After a while the real cashier started to sell the tickets, it was 40.000rp per person (normally 36.000, but no change for tourists).
Doesn´t matter, we are on the ride.

After two hours ride, the bus was nearly empty and ended in a big busterminal, they told us that we had to continue in another bus. And again there were two scammers jumping in the bus. “Bali? Bali?” they shouted at us, we ignored them and so they went on “if you go to Bali, you must come with me”. We sat in our bus and these pushy guys where buzzin around us like flys. The driver and the cashier of our bus didn´t say a word, but the 2nd driver gave us a hidden sign to stay seated and wait. After these dubious guys went away the buscrew showed us the right bus and told us “nothing more to pay”.

The bus was crowded. The next four hours we were busy to find something to hold on and keep an eye on our stuff.
We noticed a strange white dressed man starring at uns. After a while he somehow made it through the crowd, standing next to my sister. As the bus braked softly he fell over her, very theatrically, trying to pick her pockets. Everyone in the bus was stunned, the men just started to laugh and apologize, the other people also smiled but if you looked into their faces you could see that they were thinking different. After I changed the place with Katja he went away to the backside of the bus … I think he was looking for another victim cause after a while the cashier forced him to sit down on one of the crewseat to have an eye on him.

We reached Banyuwangi, strange – no scammers… and a short minibus ride later we were sitting on the last ferry to Gilimanuk (Bali).
We felt pleased to have one foot on Bali.
It was dark already but we still had to go the 25km from the ferryport Gilimanuk to Pemuteran.
The taxi cartel wanted to have 250.000rp, the local buses don´t take tourists and the minibusdrivers were annoying and drunk.
So it was time to strap up our backpacks again and walk. Not twenty steps and the standard haggling game after we were sitting on the back of two motorbikes while the drivers were holding our backpacks in front of them.

So we were riding through the dark night with a satisfied feeling that we made it.

 

 

 

Advertisements

7 thoughts on “The battle against the transport cartel

    • War auch nicht immer einfach ruhig zu bleiben, in dem Fall haben wir ja irgendwie mit sowas in der Art gerechnet… aus wenns dann um einiges ruppiger zuging als erwartet. Auf Bali wars dann gottseidank wirklich entspannend… bevors dann wieder auf Flores ähnlich weiterging.
      LG Peter

      • Naja, soganz kann man das auch nicht sagen. Erstens ist Bali ja auch kulturell anders und zweitens haben die auch schon jahrzehntelange Erfahrungen mit Touristen. Also ich bin mir auf Bali wesentlich wilkommener vorgekommen als auf Java oder Flores, Sumatra und Sulawesi waren aber auch wieder eher entspannter. Ich möchte auf keinen Fall jemand davon abbringen ganz Indonesien zu bereisen, aber man muß sich schon im klaren darüber sein das es manchesmal abenteuerlicher wird als einen lieb ist wenn man auf eigene faust unterwegs ist. Und wir waren froh als wir am Vorabend unserer Weiterreise einige hints und Warnungen auf diveresen Blogs und Foren ergoogelt haben.
        Ich denke wir hätten es sicher auch auf die bequeme Art machen können und die Sunrisetour plus Weiterreise nach Bali buchen können, hätte warscheinlich Problemlos funktioniert. Aber wer will schon immer das Standard Programm 😉 .

        Sogesehen hast du schon recht, wenn man es nicht gewöhnt ist auf diese Art zu Reisen sollte man doch eher Bali bevorzugen oder das ganze als fertige Tour buchen…
        LG Peter

  1. Bin sehr beeindruckt, wie ihr die Typen habt stehen lassen. Irgendwann nervt es einfach und man ist froh, endlich aus der Nummer raus zu sein. Touristenkartelle sind leider in ganz S/O Asien ein leidiges Problem, aber deine Bilder sind trotzdem eine Freude. Mal so richtig was von der Strasse 😉
    LG kiki

  2. Ich denke wir waren, selbst von uns beeindruckt das ganze doch so gut gemeistert zu haben 😉 . Und ein wenig kaltschnäuzigkeit legt man sich da sehr schnell zu. Aber wie du sagst irgendwann nervt es einfach nur noch.
    LG Peter

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s